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Liebe VereinsmitgliederInnen, geehrte Tacheles Freunde

Wie Ihr sicherlich schon in den vergangenen Tagen bemerkt habt, geht das Tacheles wiedermal quer durch die Presse. Nunmehr haben wir Insolvenz anmelden müssen (Eigeninsolvenz), die HSH Nordbank hat uns mit ihrer Forderung von 108 000,- Euro in die Insolvenz getrieben.

Der vorläufige Insolvenzverwalter hat aber den Vorstand weiterhin mit der Geschäftleitung beauftragt, da wir das ".../ gut machen" und Tacheles eigentlich, ausgenommen die HSH Forderung, ganz gut dasteht.

Der Betrieb geht also erstmal ungestört weiter, die HSH Nordbank hat unserem vorläufigen Insolvenzverwalter aber mitgeteilt ".... Sie wolle uns raus und das Haus ganz schließen, um so mehr Verkaufserlös zu erzielen". Also es ist tatsächlich ernst!

Wir haben daraufhin 'ne Pressekonferenz abgehalten und gehen in die Widerstandsarbeit.......

Einige Links dazu:

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/ARTE-journal/3031302.html

http://www.rbb-online.de/abendschau/archiv/archiv.media.!etc!medialib!rbb!rbb!abendschau!abendschau_20100114_aus.html

beim Tagesspiegel könnt Ihr sogar abstimmen und mitdiskutieren:

http://www.fensterzumhof.eu/3766/berlin-mitte-tacheles-kunsthaus/

und jetzt der offene Brief vom Montag nach Hamburg und Kiel.....

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OFFENER   BRIEF

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ole von Beust, sehr geehrter Ministerpräsident Peter Harry Carstensen,

die HSH Nordbank will die kreative Mitte Berlins zerstören.

Wir, der Tacheles e.V., wenden uns mit der Forderung an Sie, die Räumung des Kunsthauses Tacheles in Berlin Mitte zu verhindern. Das weltbekannte Kunsthaus, Produktions- und Präsentationsort für tausende KünstlerInnen aus aller Welt, soll durch Ihr Geldinstitut geschlossen werden.

Zu den Hintergründen: Wie schon im Schreiben vom 23.7.09 mitgeteilt, steht der Eigentümer (Anno August Jagdfelds Fundus-Gruppe) des gesamten Areals, in dem auch das Kunsthaus Tacheles angesiedelt ist, auf Betreiben der Gläubigerin HSH Nordbank unter Zwangsverwaltung. Es handelt sich um 16 Einzelgrundstücke mit einer Gesamtfläche von ca. 24 000 m², das Tacheles Grundstück hat lediglich eine Fläche von ca. 1250 m² .

Die diesbezüglichen Aussagen der HSH Nordbank sind falsch, es handelt sich nicht um ein Grundstück, das zur Versteigerung steht, sondern um 16 Teilstücke, die laut Gerichtsbeschluss  einzeln versteigert werden.

Die Zwangsverwaltung hat dem Tacheles immer wieder einen Vertrag in Aussicht gestellt, diese Zusagen aber nicht eingehalten, gleichzeitig wurde auf Räumung geklagt. Nunmehr versucht der Zwangsverwalter das Kunsthaus räumen zu lassen. Die Schließung des Tacheles mit seinen 400 000 BesucherInnen jährlich käme der Zerstörung der kreativen Mitte Berlins gleich.

Volks- und betriebswirtschaftlich ist das Ende des Tacheles nicht nachvollziehbar. Eine hoch subventionierte Landesbank zerstört einen, seit vielen Jahren nicht mit Steuermitteln geförderten, gemeinnützigen Verein, zugunsten eines nicht bekannten bzw. laut Aussage Ihrer Bank, noch gar nicht existenten privaten Investors.  Dieser "Noch-Nichtinvestor" (?) will laut HSH Nordbank eine Großbebauung realisieren, in der Tacheles angeblich keinen Platz findet.

Zum Ersten ist es doch erstaunlich, dass ein Investor (den es laut HSH Aussagen noch gar nicht gibt ) nach wie vor Pläne zu einer 400 - 600 Millionen Euro teuren Luxusbebauung verfolgt. Zum Zweiten ist ein derartiges Unterfangen auf Jahre hinaus wirtschaftlich unmöglich.

Die 24 000 m²  in der Mitte Berlins blieben also auch in Zukunft eine Brache, das Tacheles als Besuchermagnet wäre geschlossen und die kreative Mitte Berlins nachhaltig zerstört. Die HSH Nordbank hätte aber einen faulen Kredit aus den Büchern, der erfolglose Eigentümer Jagdfeld wäre seine Schulden los, und der Steuerzahler würde diesen "Deal" auch noch über die Verlustabschreibungen der Bank bezahlen.

Bei allem gebührenden Respekt, Herr Bürgermeister, dies ist wirtschaftlicher Wahnsinn, es ist daher Ihre Pflicht, diesen Schildbürgerstreich zu stoppen.

Unsere Forderungen lauten: Die Räumung sofort stoppen, eine Erbpachtlösung zu den ca. 1250 m² großen Grundstück des Kunsthauses Tacheles ermöglichen, und Ihre Bank anzuweisen, die kreative Mitte Berlins zu erhalten.

Wir ersuchen Sie um einen zeitnahen Termin, bei dem wir gemeinsam Lösungswege suchen und finden. Außerdem möchten wir Ihnen die über 70 000 Unterschriften von Unterstützern des Kunsthauses Tacheles überreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Henning Gruner                             Martin Reiter                

(für das Tacheles Team)

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Zu guter letzt, bitte helft alle mit, mit Solimails und Solischreiben eine Adressenliste im Anhang.

Tacheles jetzt - unsere Stadt !

Liebe Grüße aus dem Tacheles

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An den Vorstandsvorsitzenden

Herrn Prof. Dr. Dirk Jens Nonnenmacher

HSH Nordbank AG

Gerhart-Hauptmann-Platz 50

20095 Hamburg

dirk.jens.nonnenmacher@hsh-nordbank.com


An Hamburgs Bürgermeister

Herrn Ole von Beust
Senatskanzlei

Rathausmarkt 1

20095 Hamburg

ole.vonbeust@sk.hamburg.de


An Herrn

Peter Harry Carstensen

Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein
Düsternbrooker Weg 104
24105 Kiel

landesregierung@schleswig-holstein.de


An den

Regierenden Bürgermeister von Berlin

Herrn Klaus Wowereit

Senatskanzlei

Jüdenstr. 1

10178 Berlin


klaus.wowereit@spd.de


An Herrn Zwangsverwalter
Ronald Titz

Büro Hamburg
Gertrudenstraße 3
20095 Hamburg

ronald.titz@stt-hh.de



An Herrn Kulturstaatsminister

Bernd Neumann

Dienstsitz des Kulturstaatsministers
Bundeskanzleramt
Willy-Brandt-Str. 1
10557 Berlin

bernd.neumann@bundestag.de


Pressestelle des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

Pressestelle-BKM@bpa.bund.de


An die Bundeskanzlerin

Frau Angela Merkel

Bundeskanzleramt

Willy-Brandt-Str.1

10557 Berlin

internetpost@bundeskanzlerin.de


An Herrn Bundespräsident

Horst Köhler

Bundespräsidialamt

Spreeweg 1

10557 Berlin

poststelle@bpra.bund.de



An Herrn Anno August Jagdfeld

FUNDUS FONDS-Verwaltungen GmbH

Kölnstraße 89,

52351 Düren

fundus@fundus.de


An den

Bezirksbürgermeister von Berlin Mitte

Herrn Christian Hanke

Bezirksamt Mitte von Berlin

13341 Berlin

christian.hanke@ba-mitte.verwalt-berlin.de

 

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